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Quer durch die Wälder des Saarlandes (3. und letzter Teil)
Von Jürgen Ley am 29.10.12
Sonntagmorgen, 7.00 Uhr, ich werde wach und meine erste Frage ist: Wie geht es meinen Beinen? Und erstaunlicherweise fühlen sie sich ganz gut an. Dann kurz das Wetter checken und feststellen dürfen, dass es noch immer regnet. Was mag wohl schlimmer sein? Der matschige Boden auf der Strecke oder der aktuelle Regen? Ich werde es merken. Ein kurzes Frühstück und dann gehts zum letzten Mal zum Schlossplatz. Beim Einlaufen spüre ich, dass heute ein guter Tag werden kann. Offensichtlich haben die diversen Cremes & Lotions sowie die Yogaübungen gestern Abend einiges bewirkt. Und pünktlich zum Start zieht sich auch der Regen zurück.
Ich werfe einen Blick auf die 3 vor mir liegenden Läufer und beschließe, direkt beim Start an ihnen dran zu bleiben. Pünktlich fällt der Startschuss, die Sirenen von St. Wendel heulen und es geht auf 21.1 KM mit knapp 600 Höhenmetern. Im Gegensatz zur gestrigen Etappe haben wir heute weniger Steigungen, dafür sind diese aber um Einiges länger.
Bereits nach 2 Kilometern beschließe ich, meinen Konkurrenten nicht mehr zu folgen. Das Tempo erscheint mir zu hoch. Nun bin ich auf mich alleine gestellt und habe mich innerlich auf einen schönen einsamen Tempolauf im Wald eingestellt. Plötzlich werde ich überholt und bemerke, dass ich nun Gefahr laufe, im virtuellen Ranking einen Platz zu verlieren. Das muss doch jetzt nicht sein. Irgendwie wird ein innerer Turbo gezündet und ich kann urplötzlich Gas geben. Als die Zeitangaben der Streckenposten zu meinen Vorläufern immer kürzer werden, habe ich die Hoffnung, dass doch noch etwas passieren kann. Und tatsächlich: Viele Läufer müssen der brutalen gestrigen Etappe und dem schnellen Starttempo Tribut zollen. So kann ich einige Läufer überholen und auf dem letzten Anstieg sehe ich dann einen meiner direkten Konkurrenten. Ich gebe alles, um mich an ihn ran zu pirschen, überhole und schaue, dass ich recht zügig einen Abstand zwischen uns beide bekomme. Es gelingt.
Ich liege auf Platz 3 und schaffe es, mich abzusetzen. Das Adrenalin rast durch den Körper und meine einzige Sorge besteht darin, in einem der vielen Schlammlöcher stecken zu bleiben und dabei einen Krampf zu bekommen. Es passiert aber nichts und nach 1.39,31 bin ich überglücklich im Ziel. Die Taktik des Trainers ist also aufgegangen!
Nachmittags geht’s zur abschließenden Pastaparty, zu welcher der Bürgermeister dieses Mal sogar zusätzlich Kaffee und Kuchen kredenzt: Ein Traum! Ein tolles Wochenende ist vorbei und spätestens jetzt weiß ich ganz genau: In 2013 geht’s zum 4Trails Run.
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